Endlich ist der Sommer da und die Grillsaison eröffnet. Jetzt brutzeln wieder jede Menge Steaks und Würstchen über der heißen Glut. Und natürlich möchte auch der Hund beim Grillen dabei sein. Doch Vorsicht: Bei leckerem Geruch von Fleisch und Grillwürsten vergisst selbst der artigste Vierbeiner seine gute Erziehung und schnappt sich bei günstiger Gelegenheit den einen oder anderen Bissen. Darüber hinaus ist die Verbrennungsgefahr für Hundeschnauzen extrem groß.
Im Garten oder auf der Terrasse ist der Grill startklar. Die bis zu 800° heiße Glut heizt dem Grillgut kräftig ein. In Windeseile wird aus einem rohen Stück Fleisch eine echte Spezialität. Dass so etwas schmeckt, wissen auch unsere vierbeinigen Freunde. In einem unbeobachteten Moment schlägt der Hund zu und das Steak ist weg. Doch viel schlimmer als ein verkorkster Magen ist die Verbrennungs- und Vergiftungsgefahr. Sie sollten also Ihren Hund vor heißer Grillkohle und giftigen Grillanzündern schützen.
Auf Nummer sicher
Während des Grillens sollten Hundebesitzer streng darauf achten, dass ihre Vierbeiner eine gewisse Demarkationslinie rund um den Grill nicht übertreten. Bleiben Sie auch dann standhaft, wenn der Hund treuherzig und mit großen Kulleraugen Richtung Grill robbt. Falls eine verbale Ansprache nichts nützt, sollte Bello in sicherer Entfernung angeleint werden.
Schnelle Hilfe bei Verletzungen
Sollte es doch mal zu einem Kontakt mit der heißen Glut gekommen sein, ist schnelle Hilfe angesagt. Auch beim Hund gilt: sofortige Kühlung der Brandwunde unter fließendem Wasser. Die betroffene Körperstelle sollte mindestens eine Viertelstunde lang gekühlt werden. Anschließend mit Eisbeuteln, Eiskompressen oder Kühlakkus weiter kühlen, dabei aber wegen drohender Erfrierungsgefahr den direkten Hautkontakt vermeiden. Mit steriler Wundauflage aus dem Erste-Hilfe-Kasten des Autos die Wunde abdecken. Verhindern Sie unbedingt, dass der Hund an der Wunde leckt. Auf keinen Fall Salben, Puder, .le, Butter oder Mehl verwenden. Auch das Aufstechen der Brandblasen ist nicht empfehlenswert. Bei schweren Verbrennungen (2. und 3. Grades) sollten Hundebesitzer so schnell wie möglich zum Tierarzt oder am besten direkt in die nächstgelegene Tierklinik fahren. Beim Transport sollte der Hund auch bei hochsommerlichen Temperaturen in eine wärmende Decke gewickelt werden. Denn bei größeren Verbrennungen sinkt die Körpertemperatur der Tiere rapide.
Gefahrenquelle Grillanzünder
In den meisten Fällen enthalten diese Brandbeschleuniger toxische Stoffe, die für den Vierbeiner wie Brandwunden lebensgefährlich werden können. Falls es hier zu Vergiftungserscheinungen kommen sollte, ist ebenso schnelle Hilfe angesagt. Zu erkennen ist die Vergiftung zumeist am starken Speichelfluss oder am Schaum vor dem Maul. Als Erstes muss der Kreislaufzustand überprüft werden. Der Puls lässt sich zum Beispiel an der Innenseite des Hinterbeins überprüfen. Bei einem Pulsschlag unter 80 pro Minute wird es gefährlich. Kohletabletten, die dem Tier wahrscheinlich zwangsverabreicht werden müssen, sorgen dafür, dass nicht zu viel Gift in den Blutkreislauf gelangt. Dabei die Tablette weit hinten auf den Zungengrund legen, Schnauze schließen und solange festhalten, bis der Schluckreflex einsetzt. Bei der Fahrt zum Tierarzt nicht das Corpus Delicti vergessen. Nur so kann der Mediziner die Giftnotrufzentrale benachrichtigen und schnelle Hilfe bekommen. Auch das Erbrochene sollte in einer Plastiktüte mitgenommen werden.
Fleisch & Co.
Sowohl scharfe Gewürze als auch die teilweise spitzen Knochen von Koteletts & Co. können für den Verdauungstrakt des Vierbeiners gefährlich werden. Aber auch beim noch nicht zubereiteten Fleisch ist Vorsicht geboten. So kann rohes Schweinefleisch den Erreger der tödlich verlaufenden Aujeszkyschen Krankheit enthalten. Infiziert sich der Hund mit dem Aujeszky-Virus, kann dies innerhalb kürzester Zeit zu einer Entzündung des zentralen Nervensystems und zum Tod des Tieres führen. Deshalb: Kein rohes Schweinefleisch an Hunde verfüttern!
Vorbeugen
Als verantwortungsvoller Tierhalter kann man bereits im Vorfeld mögliche Gefahrenquellen für das Tier umgehen. Ratsam ist es, dem Vierbeiner bereits vor Grillstart seine Mahlzeit zu servieren, sodass sein Interesse am köstlichen Grillgut eher gering bleibt. Viel Aufmerksamkeit und spielerische Abwechslung während des Brutzel-Vergnügens sorgen darüber hinaus für die nötige Sicherheit. Abgerundet mit ein paar Leckerlis wird auch die Schnüffelnase einen zufriedenen Grillabend erleben.